Lesung – Der erste Horizont meines Lebens

Wirklich eindringlich und ergreifend beschreibt Liliana Corobca die Lebenssituation der Kinder in Moldawien. Eine ganze Generation ist auf sich allein gestellt, da die Eltern weit verstreut in der Welt versuchen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Autorin schreibt ihren Roman aus der Sicht eines zwölfjährigen Mädchens, das versucht, gleichzeitig Mutter und Vater ihrer beiden kleinen Brüder zu ersetzen.

Ein literarisches Kleinod, das die Auswirkungen der Armut am Rande Europas zeigt.

Lesung mit einer Schauspielerin
Dauer: 60 min.
Bühnenbedarf: ein Tisch, ein Stuhl, Leselampe, je nach Bedarf Mikrofon und Verstärker

Die Geschichte, die Liliana Corobca zu erzählen hat, ist eine traurige. Die Hauptfigur in ihrem Roman ist ein zwölfjähriges Mädchen, das um ihre Kindheit beraubt wird, da sie ohne Eltern nicht nur sich, sondern auch noch ihre beiden jüngeren Brüder versorgen muss. Dass Kinder zu Hause in Moldawien allein groß werden, ist nicht die Ausnahme, wusste die Autorin zu berichten. Die Eltern arbeiten im fernen Sibirien oder im westlichen Europa, um die Familie über Wasser zu halten. Während des Gesprächs vor dem Beginn der Lesung in Langenau und in Ulm, aber auch nachher in der Diskussion mit dem Publikum, bewies die moldawische Schriftstellerin so viel Charme, dass sie die Zuhörer mit ihren Geschichten aus ihrem Geburtsland in ihren Bann zog. Sie liebt ihre Heimatland und die Poesie, so dass sie sich nicht von der politischen Tristesse und der Armut deprimieren lässt. Zum Gelingen der beiden Abende trug die Schauspielerin Sibylle Schleicher mit ihrer perfekten Lesung aus dem Roman bei. Begleitet wurde die Veranstaltung von den Bildern der Fotografin Andrea Diefenbach, die mit ihren Portraitaufnahmen von moldawischen Kindern deren Los eindringlich zeigt. (Thomas Mahr, Buchhändler)