Lesung – Hinter der Tür

Lesung aus dem gleichnamigen Roman von Magda Szabo

Mehr als zwanzig Jahre hat Emerence den Haushalt des Budapester Schriftstellerehepaars versorgt. Ihren ‚Herrschaftsbereich’ hat sie fest im Griff. Es gefiel ihr, wenn sie gebraucht wurde. Sie selbst aber blieb unnahbar. Doch wem sie diente, dem erwies sie unzählige Liebesdienste; so auch der Schriftstellerin, zu der sie allmählich eine fast innige Beziehung entwickelt. Dann erkrankt Emerence. Sie stirbt in dem Glauben, dass ihre Herrin sie nie geliebt hat. Sonst hätte sie nicht zugelassen, dass man in ihre verschlossene Wohnung eindringt und sie ins Krankenhaus bringt. Seither wird die Schriftstellerin von einem immer wiederkehrenden Traum heimgesucht: sie steht vor einer verschlossenen Tür, zu der sie den Schlüssel zu haben glaubt. Doch wie sehr sie sich auch bemüht: sie bekommt die Tür nicht auf.

Eine eindringliche Geschichte. Gleichzeitig zwei spannende Frauenporträts im Wandel der ungarischen Geschichte.

Lesung mit 2 Schauspielerinnen
Lesungsdauer: 70 min.
Bühnenbedarf: ein Tisch, zwei Stühle, Leselampen, Mikrofon, Verstärkeranlage

Magda Szabos Roman „Hinter der Tür“. Das Buch erschien erstmals 1987 in Ungarn und sorgte dort für eine literarische Sensation. Daraufhin wurde es in 36 Sprachen übersetzt und spätestens nach der Verfilmung mit Martina Gedeck in einer der Hauptrollen ist das Buch zum Klassiker geworden. Der Roman handelt von einer erfolgreichen Schriftstellerin, die mit Emerenc eine Frau gefunden hat, die in ihrem Heim bald unersetzlich wird. Die Haushälterin ist aber ein Mensch mit sehr eigenem Charakter, so dass sie bei aller Liebenswürdigkeit, die sie der Hausherrin entgegenbringt, doch ihre Geheimnisse verbirgt. Magda Szabo zeichnet mit ihren zwei so unterschiedlichen Frauenbildern, die in dem Buch aufeinandertreffen, ein ungarisches Gesellschaftsportrait, das die Verletzungen der Geschichte in die Gegenwart hinein reichen lässt. Die beiden Schauspielerinnen haben mit ihren unterschiedlichen Stimmen den Roman sehr lebendig werden lassen und die Lesung fast schon inszeniert, da sie mit klassischer Musik wunderbare Überleitungen schafften. Die Lesung, ein wahrer Hörgenuss, der wirklich animierte, anschließend selbst im Buch weiterzulesen. (Thomas Mahr, Buchhändler)